Steckbrief

Ausbildung und beruflicher Werdegang
Nach ihrem Studium der Archäologie an der Universität Kreta und dem dortigen Studienabschluss kam Prof. Dr. Chryssa Ranoutsaki 1985 mit einem dreijährigen Stipendium der Alexander-Onassis-Stiftung nach München, um an der LMU zu promovieren (in den Fächern Byzantinische Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Byzantinistik). 1989 verteidigte sie ihre Dissertation über ein Thema der byzantinischen Wandmalerei des 14. Jahrhunderts; die Arbeit wurde 1992 veröffentlicht. Im Jahr 1990 wurde sie – nach einem Forschungsaufenthalt als Fellow am Dumbarton Oaks Center for Byzantine Studies in Washington D.C. – als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Institut für Byzantinistik der LMU berufen. Dort trat sie 1995 eine Dauerstelle an und übernahm zugleich die Leitung von Sprachkursen für Griechisch. Ab 1998 arbeitete sie an ihrem Habilitationsprojekt, das sich auf die Kunst Kretas in der späten Palaiologenzeit konzentrierte und Forschungsaufenthalte am Istituto Ellenico di Studi Bizantini e Postbizantini in Venedig umfasste. Nachdem ihr das Dekanat der Fakultät für Kulturwissenschaften 2003 die „Selbstständige Wahrnehmung der Lehre“ für das Fach „Spätantike und Byzantinische Kunstgeschichte“ erteilt hatte, hielt sie ihre Antrittsvorlesung an der LMU. Ein Jahr später schloss sie ihre Habilitation im Fach „Frühchristliche und Byzantinische Kunstgeschichte“ an der Universität Freiburg (Schweiz) ab. Ihre Habilitationsschrift, die 2011 als Buch erschien, untersuchte die Wechselbeziehungen zwischen der byzantinischen Kunst und der Kunst der frühen venezianischen Renaissance. Über mehrere Jahre hinweg (2006–2011) war sie sowohl an der Universität Freiburg als auch an der LMU als Privatdozentin tätig und nahm an beiden Institutionen gleichzeitig Lehraufgaben wahr. Im Jahr 2014 erhielt sie an der LMU die Venia Legendi für das Fachgebiet „Frühchristliche und Byzantinische Kunstgeschichte“; seit Juni 2019 ist sie dort als Professorin (außerplanmäßige Professur mit unbefristeter Anstellung und den damit verbundenen Aufgaben) am Institut für Byzantinistik tätig.

Ihre Forschungsschwerpunkte, die auch in ihre Lehre an der LMU einfließen, liegen auf der monumentalen Malerei sowie der Analyse von Bildprogrammen und Ikonographie. Ein besonderes Interesse gilt dabei dem dynamischen Wechselspiel zwischen Architektur und Malerei. In einem breiteren Kontext untersucht sie die byzantinische Kunst im Hinblick auf ihre kulturellen und rezeptionsgeschichtlichen Zusammenhänge und erforscht dabei künstlerische Wechselwirkungen im gesamten Mittelmeerraum. Ihr jüngstes Buch „Purpur in Byzanz: Privileg und Würdeformel“ (erschienen 2022) zeichnet die Geschichte der Farbe Purpur anhand von Bildwerken und Kunstschätzen aus dem byzantinischen Kulturraum nach und beleuchtet deren Wahrnehmung und Verwendung von der Spätantike bis in die spätbyzantinische Zeit.